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 Antrag für Verlängerung  (PM 12/2001)

  

 
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Text der Pressemitteilung 12/2001 als WinWord-Dokument


Gemeinsamer Antrag für Verlängerung des Projektes SandAchse Franken

 

So erfolgreich wie bisher wollen sich die Städte und Landkreise der SandAchse Franken auch in den nächsten Jahren für den Erhalt der Sandlebensräume einsetzen, entschied die Steuerungsgruppe der SandAchse Franken auf ihrem diesjährigen Treffen in Bamberg und beauftragte die Trägerverbände Bund Naturschutz e.V. (BN), Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) und Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV), beim Bayerischen Naturschutzfonds die Fortsetzung des Projektes zu beantragen.

Herbert Lauer, Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, betonte in seinem Grußwort die positiven Wirkungen des Projektes SandAchse Franken für die gesamte Region. Mit Hilfe des Projektbüros und der Agentur SandAchse und Dank des Engagements des städtischen Umweltamtes konnte in der Stadt Bamberg bereits eine Fülle von Projekten zum Schutz der Sandlebensräume weiterverfolgt und neu auf den Weg gebracht werden. "Es wäre aus eigener Kraft nie möglich gewesen, in so kurzer Zeit so schnell voran zu kommen", so Lauer. Gerade auf stadteigenen Flächen bemüht sich die Stadt schon seit einiger Zeit um eine sandangepasste Gestaltung und Pflege. Straßenränder werden nur noch extensiv mit einer ein- bis zweimaligen Mahd gepflegt, schulische Außenanlagen, z.B. an der Graf-Stauffenberg-Schule, wurden als Sandbiotope gestaltet. Pilotprojekte sind die Dachbegrünungen mit Terrassensand der Regnitz im Dientzenhofer- und Clavius-Gymnasium. Mehrere Bamberger Betriebe wie Telekom, Bosch und Wieland haben sich nach Beratungen durch das Umweltamt und die Agentur SandAchse ebenfalls entschlossen, ihre Freiflächen naturnah zu gestalten. Aus Sicht der Naturschutzverbände besonders erfreulich ist die nun endlich erfolgte Ausweisung der Muna im Bamberger Osten als Naturschutzgebiet. Die zehn ha große Fläche ist eines der bedeutsamen Kerngebiete der SandAchse Franken.

Die von Prof. Dr. Hubert Weiger, Landesbeauftragter des BN, Ludwig Sothmann, Vorsitzender des LBV und Wolfram Güthler, Geschäftsführer des DVL, in ihren Berichten präsentierten Maßnahmen belegten eindrucksvoll den erfolgreichen Verlauf des Projektes seit dem offiziellen Startschuss im September vergangenen Jahres.

So konnten bereits mehr als 5.000 Kinder und Jugendliche im Rahmen von Projekttagen, über 50 Führungen, Naturschutzwochen am Hainberg, Sandburgenbau-Wettbewerben und weiteren Aktionen Sandschrecke, Sandgrasnelke und ihre Begleiter hautnah erleben, berichtete Hubert Weiger. Überall in der SandAchse steht das Thema Sand ganz oben bei der Bildungsarbeit. Ausstellungen und Aktionen bei der Consumenta und der Messe Freizeit und Garten, auf dem Nürnberger Reichswaldfest, im Rahmen von Umwelttagen und Dorffesten erreichten Tausende von BesucherInnen. Die Stadt Fürth stellte sogar ihr diesjähriges Stadtwaldfest ganz unter das Motto "SandAchse Franken". Hier wurde auch das Aktionsprogramm für Schulen und Kinderbildungseinrichtungen in Fürth vorgestellt, für das ein ansprechend gestaltetes Faltblatt wirbt. Viel Spaß mit Sandkugelweitwurf, Sandlaufkäfer-Staffellauf oder eigens gedichteten Liedern hatten 300 Kinder in "Sandinien", dem Sommerlager der BN-Jugendorganisation in der Büg bei Eggolsheim.

Aufsehen erregte der mit der Zeitschrift GEO gemeinsam veranstaltete Tag der Artenvielfalt in der Büg, einem weiteren Kerngebiet der SandAchse. Dort entdecken die 80 angereisten ExpertInnen innerhalb von 24 Stunden nicht nur über 1.600 Pflanzen- und Tierarten, sondern auch eine neue Art in Bayern: die Diademzikade.

Ludwig Sothmann berichtete von den Ergebnissen in den Bereichen Fachplanung und Naturschutzforschung. Dank flächenscharfer Kartierungen und Pflegekonzepten in nahezu allen Landkreisen und Städten könne nun bei der Umsetzung auf detaillierte Angaben zurückgegriffen werden, erläuterte Sothmann. Erste Ergebnisse der Erfolgskontrollen würden die dringende Notwendigkeit von Pflege - und Schutzmaßnahmen für Sandlebensräume unterstreichen. Die enge Zusammenarbeit der SandAchse mit dem wissenschaftlichen Forum, dem Landesamt für Umweltschutz und den Hochschulen garantiere die Einbindung neuer Forschungergebnisse in die praktische Arbeit. Der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis wurde auch durch ein Symposium kräftig angeregt. Mehr als 220 Fachleute aus ganz Deutschland diskutierten in Erlangen neue Forschungsergebnisse und die Möglichkeiten, sie in die praktische Umsetzung einfließen zu lassen. In einem Tagungsband wurden die Beiträge veröffentlicht. Eine Literaturdatenbank mit 640 Titeln steht allen Interessierten seit wenigen Tagen zur Verfügung und hilft mit, das Wissen über Sandlebensräume möglichst weit zu verbreiten.

Wolfram Güthler fasste die Erfolge der SandAchse im Bereich der dauerhaft umweltgerechten Nutzung zusammen. Über 20 Projektpartner aus Wirtschaft und Verwaltung konnten bereits gewonnen werden, ihre Freiflächen als Beitrag zum Biotopverbund für Sandarten angepaßt zu pflegen. "Das Klinikum am Europakanal in Erlangen wird zum Beispiel in Zukunft seine Flächen extensiv mit Schafen pflegen und mit Schautafeln seine Patienten darüber informieren", berichtete Güthler. Ein weiteres Beispiel sei die Entstehung eines Sandbiotopes an der Schleuse Eibach im Süden Nürnbergs - eine Maßnahme, die gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg und der Fachhochschule Weihenstephan entwickelt und realisiert wurde. Fachvorträge, die speziell auf die Nutzergruppe abgestimmt werden, vermitteln das notwendige Fachwissen und werben weitere Partner.

Dass Sandpflanzen auch im gärtnerischen Bereich interessant sind, zeigen Beispiele in Schwabach und Bamberg. Im Sonderpädagogischen Schulzentrum Schwabach wurde ein Sandgarten angelegt und in Bamberg sind sogar bereits Sanddächer entstanden. Güthler berichtete weiter, dass ein High-Tech-Projekt zur Vergärung von Grasschnitt aus der Pflege von Magerrasen in Forchheim bezuschusst wird. In einer Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Möglichkeiten aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht geprüftIm nächsten Schritt soll die Umsetzung im Forchheimer Raum angegangen werden.

Alle Anwesenden waren sich einig, dass die SandAchse Franken ein Projekt mit außergewöhnlichem Erfolg sei. Auch das Motto "Natur erleben" statt des erhobenen Zeigefingers und der Ansatz, Maßnahmen und Aktionen stets nur mit Einverständnis der betroffenen Eigentümer und Nutzer durchzuführen, hat von Anfang an zum Gelingen dieses Projektes beigetragen. Trotz der positiven Bilanz ist die Sicherung der Sandlebensräume und ihrer Arten noch nicht über den Berg: es ist nach wie vor fünf vor zwölf, der Schwund ist noch nicht gestoppt. Die Steuerungsgruppe ist zuversichtlich, dass der Bayerische Naturschutzfonds das Projekt über die bisher bewilligten beiden Jahre noch weitere drei Jahre aus Zweckerlösen der GlücksSpirale fördern wird. Die Eigenanteile des Bundes Naturschutz, der Städte und der Landkreise sind jedenfalls bereits bewilligt.


gez. Brigitte Weinbrecht, Projektmanagerin