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der Pressemitteilung 02/2002 als WinWord-Dokument
Fürth setzt auf Sand
Die Stadt Fürth liegt mitten im Gebiet der SandAchse Franken. Auch hier ziehen
Partner aus Verwaltung und Wirtschaft mit Naturschützern an einem Strick und schaffen Sandbiotope auf
Ihren Flächen. Einmalig im ganzen Projektgebiet ist in Fürth auch ein Sportverein bei den
Sandpartnerschaften mit von der Partie – der Erste Golfclub Fürth.
Wo einst Flugzeuge der US-Army flogen, fliegen heute zahlreiche auf
Sandlbebensräume spezialisierte Insekten und Golfbälle. Schon während des Betriebs hat sich der
Militärflughafen Atzenhof zu einem der größten Sandbiotope im Stadtgebiet entwickelt. Nach dem Fortgang
der US-Army sind die großflächigen, ökologisch sehr wertvollen Sandmagerrasen von der geplanten
gewerblichen Folgenutzung bedroht. Nun geht für die hochspezialisierten Tier- und Pflanzenarten ein
Lichtstreif am Nordrand des Flugplatzhorizonts auf. Dort erstreckt sich die Fläche des Ersten Golfclubs
Fürth, dessen Vorstandschaft einer Zusammenarbeit mit der SandAchse Franken zugestimmt hat. Gemeinsam
mit den Naturschützern soll ein Pflegekonzept entstehen, das den Erhalt und die Entwicklung von
Sandmagerrasen zum Ziel hat. In den Randbereichen und auf nicht intensiv bespielten Flächen können so
durch gezielte extensive Pflege wichtige Biotopstrukturen erhalten bleiben bzw. neu entstehen. Dabei
sollen beide Nutzungen nicht etwa in Konkurrenz stehen, sondern sich fruchtbar ergänzen. Profitieren
wird hierdurch nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen, die in einem naturnahen Umfeld Erholung
finden können.
Nach dem Prinzip des gegenseitigen Nutzens funktionieren auch die anderen
Sandpartnerschaften, die die Agentur SandAchse mit Fürther Flächeneignern eingegangen ist. In
Kooperation mit infra Fürth ist die Neuanlage von Sandmagerrasen auf den Sandterrassen der Rednitz im
Wasserschutzgebiet im Bereich Weikershof geplant. Die Neuanlage und Pflege dieser ökologisch wertvollen
Biotope steht im Einklang mit den Vorgaben des Wasserschutzes und hilft die Wasserqualität zu steigern.
Die mit der Durchführung der Arbeiten beauftragten Landwirte profitieren von den Fördermitteln aus dem
Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm.
Verbuschende Sandmagerrasen im Stadtgebiet, wie am Stadelhof oder am Wäsig,
sollen wieder gehölzfrei werden.
Die Landschaftspflegemaßnahmen werden vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken
in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Landwirten umgesetzt.
In Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Nürnberg wird im Rahmen der
Pegnitzrenaturierung auf einer eiszeitlichen Sandterrasse der Pegnitz an der Kleinen Mainau ein
Sandmagerrasen entstehen. Die konkreten Planungen hierfür liegen bereits vor.
Die erste abgeschlossene Maßnahme zum Projekt SandAchse Franken hat die
Stadtförsterei durchgeführt. Im vergangenen Juni sind auf der ehemaligen Freileitungstrasse im Stadtwald
sieben Sonneninseln geschaffen worden. Dabei wurden kleinflächig Gehölze beseitigt und der humose
Oberboden abgeschoben. MdL Josef Göppel, Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege, und
Oberbürgermeister Wilhelm Wenning haben beim letztjährigen Fürther Stadtwaldfest die Maßnahme der
Bevölkerung vorgestellt.
Die für die Zusammenarbeit mit Flächeneigentümern zuständige SandAchse-Agentur
wirbt weitere Partner, die bereit sind, Biotope auf Ihren Sandflächen zu entwickeln. Von Interesse sind
auch Betriebsflächen bzw. Gewerbeflächen, wie z.B. das ehemalige MOP-Depot. Dass auch hier eine
fruchtbare Kooperation entstehen kann, zeigen die positiven Beispiele der Siemens AG in Erlangen oder
der Telekom AG in Bamberg.
gez. Petr Mlnarik
Agentur SandAchse |