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Text der Pressemitteilung als WinWord-Dokument
Blühendes Sandband entsteht auf ehemaliger Straßenbahntrasse
Auf der ehemaligen
Straßenbahntrasse in der Äußeren-Bayreuther-Straße entsteht jetzt ein Sandlebensraum. Das Gartenbauamt der Stadt
Nürnberg setzt die erfolgreiche Serie neu angelegter Sand-Bänder entlang städtischer Straßen in Kooperation mit dem
Naturschutzprojekt SandAchse Franken fort. Natur und Stadtsäckel profitieren.
Die Straßenbahnlinie Ziegelstein - Hauptbahnhof brachte Generationen von Nürnbergern und Pendlern aus dem Umland in
das Stadtzentrum und zurück. Seit drei Jahren ist diese Liniestillgelegt. Der Öffentliche Personennahverkehr fließt
jetzt mittels U-Bahn unterirdisch. Die nutzlos gewordenen Gleisanlagen werden abschnittsweise zurückgebaut. Der frei
gewordene Mittelstreifen der Äußeren Bayreuther Straße soll bald einem ganz anderen Verkehr dienen: Für Nürnberg
einst typische und z.T. bedrohte Tier- und Pflanzenarten sollen dort einwandern und sich ausbreiten können.
Der im Durchschnitt sechs Meter breite Mittelstreifen der Bayreuther Straße zieht sich vom Maxfeld bis zur
Ziegelsteinstraße. Die linienartige Fläche hat das Zeug dazu, ein wichtiger Grünkorridor zwischen den Freiflächen im
Pegnitztal und den nordöstlichen Außenbezirken zu werden. Vor allem den Sandspezialisten aus dem Tier- und
Pflanzenreich wie Sandlaufkäfer, Ödlandschrecke oder Thymian sollen die neuen Grünstreifen zu Gute kommen. Das
Gartenbauamt hat dort gezielt einen Sandmagerrasen angelegt.
Dieser für Nürnberg einst typische und nun selten gewordene Lebensraum soll auch helfen, künftige
Unterhaltungskosten zu sparen. Die auf Sandboden spezialisierte artenreiche Pflanzengesellschaft bleibt nur kniehoch
und produziert wenig Biomasse. So können ein bis zwei Pflegeschnitte pro Jahr eingespart werden.
Das Rezept hört sich einfach an: Man nehme möglichst puren Sand, fülle damit die abgräumte Straßenbahntrasse auf,
ebne das Saatbett ein und säe darauf eine spezielle Sandmagerrasen-Saatgutmischung. Dann warte man, bis das Saatgut
aufgeht. Später mähe man das ganze ein- bis zweimal jährlich und entsorge das Schnittgut.
In der Realität ist bereits der erste Schritt mit Schwierigkeiten verbunden. Purer Sand, der sehr wenig Feinmaterial
und Humus enthält, ist begehrter Baustoff und somit für die Auffüllung zu teuer. Die Kunst ist es, einen geeigneten
Abraum zu finden. Enthält der Boden zu viel Lehm, so setzen sich unerwünschte Pflanzenarten durch, es muss in
Zukunft öfter gemäht werden. Auch der Saataufgang kann lange auf sich warten lassen. Fehlt das nötige Nass, wie in
diesem Jahr, so schaut die Fläche lange Zeit wie eine Wüste aus.
Wer sich auf so etwas einlässt, braucht starke Nerven. Die haben die Mitarbeiter des Gartenbauamtes aus der
Abteilung Objektplanung bereits bewiesen. Die Anlage des Sandmagerrasens auf dem Mittelstreifen in der Äußeren
Bayreuther Straße ist das vierte Straßenrandprojekt des Gartenbauamtes, das in Zusammenarbeit mit dem
Naturschutzprojekt SandAchse Franken im Stadtgebiet durchgeführt wird. Neben Teilbereichen der Breslauer und der
Gleiwitzer Straße in Langwasser wurde auch die Ringstraße am Röthenbacher Landgraben nach diesem Muster eingegrünt.
Mit den Ergebnissen ist man insgesamt sehr zufrieden. Das naturnahe Straßenbegleitgrün zieht nicht nur zahlreiche
Insekten an, sondern schaut auch sehr ansprechend aus. Die Blütenpracht im Frühling und Sommer entschädigt vollends
für das gelb-graue Aussehen während der Anwachsphase und der alljährlichen Vegetationsruhe. Die Erfahrungen aus den
drei bisherigen Projekten in Nürnberg und weiteren in Bamberg zeigen, dass die anfängliche Skepsis mancher
BürgerInnen angesichts der zunächst kahlen Fläche bald einer Zustimmung wegen der reizvollen Blütenaspekte weicht.
Die SandAchse Franken ist das größte Naturschutzprojekt in Bayern. Das Projektgebiet umfasst ca. zwei tausend
Quadratkilometer und ersteckt sich zwischen Bamberg und Weißenburg. Die Projektträger sind Bund Naturschutz e.V.,
Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. und Landesbund für Vogelschutz e.V. Weitere Informationen zum Projekt
erhalten Sie beim Projektbüro SandAchse unter Tel. 09131/977358 und im Internet unter www.sandachse.de.
gez. Peter Mlnarik
Agentur SandAchse
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