SandAchse Franken
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 Titel (PM 06/2003)

  

 
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Blühendes Sandband entsteht auf ehemaliger Straßenbahntrasse

 

Auf der ehemaligen Straßenbahntrasse in der Äußeren-Bayreuther-Straße entsteht jetzt ein Sandlebensraum. Das Gartenbauamt der Stadt Nürnberg setzt die erfolgreiche Serie neu angelegter Sand-Bänder entlang städtischer Straßen in Kooperation mit dem Naturschutzprojekt SandAchse Franken fort. Natur und Stadtsäckel profitieren.

Die Straßenbahnlinie Ziegelstein - Hauptbahnhof brachte Generationen von Nürnbergern und Pendlern aus dem Umland in das Stadtzentrum und zurück. Seit drei Jahren ist diese Liniestillgelegt. Der Öffentliche Personennahverkehr fließt jetzt mittels U-Bahn unterirdisch. Die nutzlos gewordenen Gleisanlagen werden abschnittsweise zurückgebaut. Der frei gewordene Mittelstreifen der Äußeren Bayreuther Straße soll bald einem ganz anderen Verkehr dienen: Für Nürnberg einst typische und z.T. bedrohte Tier- und Pflanzenarten sollen dort einwandern und sich ausbreiten können.

Der im Durchschnitt sechs Meter breite Mittelstreifen der Bayreuther Straße zieht sich vom Maxfeld bis zur Ziegelsteinstraße. Die linienartige Fläche hat das Zeug dazu, ein wichtiger Grünkorridor zwischen den Freiflächen im Pegnitztal und den nordöstlichen Außenbezirken zu werden. Vor allem den Sandspezialisten aus dem Tier- und Pflanzenreich wie Sandlaufkäfer, Ödlandschrecke oder Thymian sollen die neuen Grünstreifen zu Gute kommen. Das Gartenbauamt hat dort gezielt einen Sandmagerrasen angelegt.

Dieser für Nürnberg einst typische und nun selten gewordene Lebensraum soll auch helfen, künftige Unterhaltungskosten zu sparen. Die auf Sandboden spezialisierte artenreiche Pflanzengesellschaft bleibt nur kniehoch und produziert wenig Biomasse. So können ein bis zwei Pflegeschnitte pro Jahr eingespart werden.

Das Rezept hört sich einfach an: Man nehme möglichst puren Sand, fülle damit die abgräumte Straßenbahntrasse auf, ebne das Saatbett ein und säe darauf eine spezielle Sandmagerrasen-Saatgutmischung. Dann warte man, bis das Saatgut aufgeht. Später mähe man das ganze ein- bis zweimal jährlich und entsorge das Schnittgut.

In der Realität ist bereits der erste Schritt mit Schwierigkeiten verbunden. Purer Sand, der sehr wenig Feinmaterial und Humus enthält, ist begehrter Baustoff und somit für die Auffüllung zu teuer. Die Kunst ist es, einen geeigneten Abraum zu finden. Enthält der Boden zu viel Lehm, so setzen sich unerwünschte Pflanzenarten durch, es muss in Zukunft öfter gemäht werden. Auch der Saataufgang kann lange auf sich warten lassen. Fehlt das nötige Nass, wie in diesem Jahr, so schaut die Fläche lange Zeit wie eine Wüste aus.

Wer sich auf so etwas einlässt, braucht starke Nerven. Die haben die Mitarbeiter des Gartenbauamtes aus der Abteilung Objektplanung bereits bewiesen. Die Anlage des Sandmagerrasens auf dem Mittelstreifen in der Äußeren Bayreuther Straße ist das vierte Straßenrandprojekt des Gartenbauamtes, das in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzprojekt SandAchse Franken im Stadtgebiet durchgeführt wird. Neben Teilbereichen der Breslauer und der Gleiwitzer Straße in Langwasser wurde auch die Ringstraße am Röthenbacher Landgraben nach diesem Muster eingegrünt. Mit den Ergebnissen ist man insgesamt sehr zufrieden. Das naturnahe Straßenbegleitgrün zieht nicht nur zahlreiche Insekten an, sondern schaut auch sehr ansprechend aus. Die Blütenpracht im Frühling und Sommer entschädigt vollends für das gelb-graue Aussehen während der Anwachsphase und der alljährlichen Vegetationsruhe. Die Erfahrungen aus den drei bisherigen Projekten in Nürnberg und weiteren in Bamberg zeigen, dass die anfängliche Skepsis mancher BürgerInnen angesichts der zunächst kahlen Fläche bald einer Zustimmung wegen der reizvollen Blütenaspekte weicht.

Die SandAchse Franken ist das größte Naturschutzprojekt in Bayern. Das Projektgebiet umfasst ca. zwei tausend Quadratkilometer und ersteckt sich zwischen Bamberg und Weißenburg. Die Projektträger sind Bund Naturschutz e.V., Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. und Landesbund für Vogelschutz e.V. Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie beim Projektbüro SandAchse unter Tel. 09131/977358 und im Internet unter www.sandachse.de.



gez. Peter Mlnarik
Agentur SandAchse