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 Sandparadies Dooser Eng entsteht (PM 01/2004)

  

 
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Neues Sandparadies in der „Dooser Eng“ entsteht.

 

Stadt Fürth und Landschaftspflegeverband Mittelfranken schaffen ein neues Sandparadies für Mensch und Natur in der „Dooser Eng“. Schüler bepflanzen Sandböschung mit seltenen Sandpflanzen. Erholungssuchende willkommen.

An der Stadtgrenze Nürnberg-Fürth im Stadtteil Doos geht es im Pegnitztal sehr eng zu. Der Fluß ist eingezwängt zwischen zwei steile Terrassenkanten. Das war jedoch nicht immer so. Vor einem halben Jahrhundert war hier das Tal noch weit. In den Talwiesen und auf den natürlichen Terrassenhängen weideten Schafe. Ausgedehnte Sandmagerrasen boten Lebensraum für viele, heute seltene Tiere und Pflanzen. 1935 hat man die warmwasserführenden Espanquellen gebohrt. Hier sollte das größte Thermalbad Deutschlands entstehen.
Mit Kriegsbeginn wurde dieses Vorhaben jedoch eingestellt. Nach dem Krieg füllte man den Talraum bis zur heutigen Gestalt mit Bauschutt auf. Ab 1952 entstanden dort die Kleingartenanlagen Espan I und II.
1961 hat die Stadt die heute beliebte Parkanlage Kleine Mainau mit der sog. Gaggerlas-Quelle und Brunnentempel errichtet.



Die von Menschenhand angelegte Terrassenkante östlich des Pegnitzufers beherbergt heute neben weiten verbuschten Bereichen auch einen kleinflächigen Sandmagerrasen. Dieser kleine Rest der ehemals für die Pegnitzterrassen charakteristischen Lebensräume wird nun ökologisch verbessert und erweitert.



Dazu wurden im Herbst vergangenen Jahres auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern die Gebüsche entfernt, der nährstoffreiche Oberboden mit schwerem Gerät abgeschoben und durch reinen Sand ersetzt. Der Sand ist bei der Anlage der neuen Flussschleifen im Zuge der Pegnitzrenaturierung vor Ort angefallen. So entstanden nährstoffarme, offene Sandbereiche. Zahlreiche Sandspezialisten unter der Fauna und Flora, wie z.B. die Blauflügelige Ödlandschrecke, brauchen solche Bedingungen zum Überleben. Neben den natürlichen Bewohnern sollen hier auch Erholungssuchende Platz bekommen. Vor allem Kinder können hier auf spielerische Weise das Element Sand erfahren.

Die bis dato vegetationsfreie Sandböschung wurde gestern mit charakteristischen Sandpflanzen bepflanzt. Dazu wurden auf einem kurz vor Bebauung stehendem Grundstück in Nürnberg Gras-Soden eines seltenen Sandmagerrasens entnommen und auf die neu geschaffenen Sandrohböden in Fürth verpflanzt. Auf diese Weise kann man einerseits bedrohte Pflanzenarten retten und andererseits die typischen Arten, die in Doos bereits verschwunden sind, hier wieder ansiedeln. Die Aktion ist im Rahmen eines Praxistages im Unterrichtsfach Ökologie von fünfzehn Schülern und Schülerinnen sowie zwei Lehrern der Staatlichen Berufsschule I, Abteilung Agrarwirtschaft aus Fürth unter der fachlichen Anleitung seitens der Agentur SandAchse und des Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken durchgeführt worden. Bezirks- und Stadträtin Gaby Köpplinger, Stadtrat Herbert Schlicht sowie Berufsschul-Direktor Rost haben die Schüler bei der Pflanzaktion besucht und gaben sich mit den Ergebnissen zufrieden.

Das in der Städteachse einmalige Projekt ist ein Teil des Naturschutzgroßprojektes SandAchse Franken. Die in Nürnberg ansässige Agentur SandAchse hat es initiiert und betreut es. Das Umweltplanungsamt der Stadt Fürth hat die planerischen und organisatorischen Vorarbeiten geleistet. Die Maßnahmen werden vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken umgesetzt. Dieser wird auch die langfristige Pflege übernehmen.

Die SandAchse Franken ist das größte Naturschutzprojekt in Bayern. Das Projektgebiet umfasst ca. zwei tausend Quadratkilometer und erstreckt sich zwischen Bamberg und Weißenburg. Die Projektträger sind Bund Naturschutz e.V., Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. und Landesbund für Vogelschutz e.V. Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie beim Projektbüro SandAchse un-ter Tel. 09131/977358 und im Internet unter www.sandachse.de.

Auf Wunsch können gerne digitale Bilder von der Pflanzaktion zur Verfügung gestellt werden.

gez. Petr Mlnarik
Agentur SandAchse