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der Pressemitteilung als WinWord-Dokument
Fünf Jahre Projekt SandAchse Franken:
Erfolge, Bilanz und Zukunftsperspektiven
Über 1.500 im gesamten Projektgebiet durchgeführte Aktionen und
Maßnahmen, 15.000 SchülerInnen bei Führungen in die
Sandlebensräume, 200 LehrerInnen bei Fortbildungen, 100 ha
Sandlebensräume neu geschaffen.......
Die Liste der Erfolge ist lang. Dank der einmaligen Allianz der
Verbände Bund Naturschutz in Bayern e.V., Deutscher Verband für
Landschaftspflege e.V. und Landesbund für Vogelschutz in Bayern
e.V. und der beteiligten Landkreise und Städte im Projektgebiet
zwischen Bamberg und Weißenburg kann das Projekt SandAchse
Franken stolz auf die in den letzten fünf Jahren geleistete
Naturschutzarbeit blicken.
Exemplarisch für die über das Projekt angekauften Flächen wurde
am Mittwoch durch Vertreter der Trägerverbände sowie Landrat
Herbert Eckstein ein durch den Landkreis Roth angekaufter
Sandlebensraum bei Eckersmühlen besichtigt. Die ehemals intensiv
genutzte Wiese und ein Acker wurden seit dem Ankauf 2001 so
gepflegt, dass sie mittlerweile von Silbergras und Sandlaufkäfer
und anderen der bedrohten Sandspezialisten bevölkert werden.
Seit Juli 2000 konnten über 17 Hektar wertvoller Sandflächen
durch die Projektpartner der SandAchse Franken und den Bund
Naturschutz, gefördert durch den Bayerischen Naturschutzfonds,
angekauft oder langfristig angepachtet werden. Darunter sind
etwa sieben Hektar Kiefernwald auf Sand, sieben Hektar
Sandmagerrasen, -magerwiesen und Heideflächen sowie zwei Hektar
Sandäcker. Der Ankauf weiterer 19 Hektar Sandflächen bis Ende
Juni 2005 wird derzeit vorbereitet.
Angesichts der schwierigen Ankaufssituation im Ballungsraum der
SandAchse Franken können diese Ankäufe und Anpachtungen als
großer Erfolg für das Projekt gewertet werden. Weitere 100
Hektar neue Sandlebensräume konnten in Zusammenarbeit mit Firmen
und Einrichtungen durch die Gestaltung öffentlicher und privater
Freiflächen geschaffen werden, und auf etwa 250 Hektar wurden
sandartengerechte Pflegemaßnahmen umgesetzt. Während der
Projektlaufzeit wurden darüberhinaus etwa 100 Hektar
Sandlebensräume durch die Ausweisung neuer Naturschutzgebiete
gesichert.
„Dem Zugewinn von Flächen im Rahmen des Projektes SandAchse
steht allerdings ein ständig fortschreitender Verlust von
Flächen durch Sandabbau, Straßen- und Siedlungsbau gegenüber“,
erläuterte Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes
Naturschutz in Bayern. „Weitere Anstrengungen zum Schutz der
Sandlebensräume sowie intensive Bemühungen zur Einschränkungen
des Flächenverbrauches sind deshalb unbedingt notwendig, um
Arten, wie der Blauflügeligen Ödlandschrecke, dem Wappentier der
SandAchse, auch langfristig ein Überleben in unserer Region zu
sichern“, so Prof. Dr. Weiger weiter.
Für den Deutschen Verband für Landschaftspflege resümiert Dr.
Jürgen Metzner: „Durch die Zusammenarbeit mit den
Naturschutzbehörden, mit LokalpolitikerInnen, öffentlichen und
privaten Einrichtungen, Lehrkräften und ehrenamtlich Engagierten
konnte in den vergangenen fünf Jahren viel Lobbyarbeit für den
Schutz der Sandlebensräume gemacht werden. Es ist uns gelungen,
politische VertreterInnen für das Thema Sand zu sensibilisieren.
Sandlebensräume werden nun verstärkt bei Planungen und
Eingriffen in allen Fachbehörden sowie beim kommunalen Ökokonto
berücksichtigt und Firmen und öffentliche Einrichtungen
kooperieren bei der sandartengerechten Gestaltung ihrer
Freiflächen.“
Ludwig Sothmann, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz
in Bayern, erläutert die Projekterfolge im Bereich Bildungs- und
Öffentlichkeitsarbeit. „Es ist uns gelungen, Sandlebensräume
nicht nur in der Öffentlichkeit bekannt und beliebt zu machen.
Das Thema Sand ist darüberhinaus auch ein Bestandteil der
Bildungsarbeit in Schulen geworden.“ Für die Umweltbildung
wurden im Rahmen der SandAchse eine Reihe von Materialien
entwickelt, zum Beispiel die Aktionsmappe „SandGestöber“ oder
das Computerlernspiel „Hexerei im SandLand“.
Die gewählten Strategien und Instrumente im Projekt seien
deshalb, so waren sich die Trägerverbände mit dem Team des
Projektmanagements und der Agentur SandAchse einig, geeignet
gewesen, die Ziele des Projektes - Erhalt und Vernetzung der
wertvollen Sandlebensräume - zu erreichen. Nahezu alle im
ursprünglichen Projektkonzept vorgeschlagenen Maßnahmenpakete
wurden umgesetzt.
Doch um einen langfristigen Erhalt der Sandlebensräume zu
erreichen, müssen die Initiativen für das Thema Sand auch in
Zukunft gezielt weitergeführt werden.
Um dies sicherzustellen haben die Trägerverbände im Auftrag der
Projektpartner einen Folge-Antrag beim Bayerischen
Naturschutzfonds gestellt. Sie hoffen, dass die für die
bisherige Projektlaufzeit bereits bewilligten, aber nicht
ausgeschöpften Mittel in Höhe von 450.000 € für eine dritte
Förderphase ab Juli 2005 bis Dezember 2007 vom Naturschutzfonds
zur Verfügung gestellt werden. Über diesen Antrag wird der
Stiftungsrat voraussichtlich am 23. Juni entscheiden.
Durch eine weitere finanzielle Förderung könnten insbesondere in
den Bereichen Biotopverbund und dauerhaft umweltgerechte
Nutzungen noch deutliche Verbesserungen erzielt werden. So
könnte zum Beispiel die Kooperation mit Flächeneigentümern aus
Wirtschaft und Verwaltung zur Anlage und sandartengerechten
Gestaltung von öffentlichen Grünflächen und Freiflächen von
Firmen intensiviert werden. Die begonnene und stark nachgefragte
Bildungsarbeit an Schulen, Kindergärten und
Jugendbildungseinrichtungen könnte dauerhaft etabliert und die
erstellten Bildungs-Materialien nachhaltig genutzt werden. Die
erfolgreich eingeführte regionale Naturschutzmarke „SandAchse
Franken“ könnte als fester Bestandteil der Metropolregion
Nürnberg verankert werden und eine Anlaufstelle für
Koordination, Informationsaustausch und Lobbyarbeit bestehen
bleiben.
Die Sandlebensräume sind ein Teil unserer fränkischen Heimat.
„Wir haben viel für ihren Schutz erreicht, aber es gibt noch
viel mehr zu tun, um Heidelerche, Sandgrasnelke und
Ödlandschrecke für unsere Nachfahren zu retten und Bayerns
Schönheit zu bewahren!“ Deshalb sei die Fortsetzung des
Projektes SandAchse Franken unbedingt notwendig, betonten die
Vertreter der Trägerverbände einhellig.
Das Projekt SandAchse Franken wird im Projektzeitraum (Juli 2000
– Juni 2005) finanziell gefördert durch den Bayerischen
Naturschutzfonds aus Zweckerlösen der GlücksSpirale unter
Kofinanzierung durch die Europäische Union (EAGFL).
Mehr zum Projekt gibt es unter www.sandachse.de.
gez. Andreas Niedling, Dr. Annette Prechtel
Projektmanagement
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